Auch in dieser Woche sind wieder einige Dinge passiert, die es wert sind, darüber zu berichten. Die Kreativität, die bereits in der Überschrift genannt ist, wurde gleich mehrfach benötigt. Und das “U” war ein richtiger Krampf. Doch der Reihe nach.

Der geneigte Leser wird sich erinnern, dass wir aufgefordert wurden, diese Woche mit festem Schuhwerk aufzumarschieren, was mich zu der Vermutung eines Wandertages brachte. Dem war zum Glück nicht so. Und wenn man ehrlich ist, gab es auch nicht wirklich einen Grund für mich die dicken Winterstiefel auszupacken. Eine Mitschülerin hatte sich einen Tag vorher noch einen Kopf gemacht, da sie keine geeigneten Schuhe zu haben vermutete. Aber wie gesagt, das Schuhwerk war eigentlich völlig egal.

Doch wozu nun das ganze?
Unsere Dozenten gingen tatsächlich mit uns raus. Allerdings nur bis auf die Wiese bei der Kirche. Hier steckten sie ein Gebiet ab, in das sie diverse Gegenstände platzierten. Darunter befanden sich unter anderem ein Regenschirm, ein Putzschwamm, eine Hantel, eine Wärmflasche etc. Wir als Gruppe bekamen eine Tüte, in der sich ebenfalls jede Menge Gegenstände befanden. Paketband, Drahtbügel, Wäscheklammern, Mausefallen und so weiter.
Die Aufgabe bestand jetzt darin, sich vorzustellen, der abgesteckte Bereich sei kontaminiert und dürfe nicht betreten werden. Die Gegenstände, die sich im Inneren befinden, mussten von uns “gerettet” werden. Hierzu hatten wir nur die Gegenstände aus der Tüte zur Verfügung.

Wir bekamen 15 Minuten Zeit (ich bin mir sicher, es waren maximal acht Minuten), in der wir uns beraten sollten und planen, in welcher Reihenfolge wir die Gegenstände wie retten würden. Hinzu kam, dass wir pro Gegenstand nur drei Versuche hatten.
Nachdem wir das anfängliche Chaos überwunden hatten, kamen uns sehr schnell ein paar sehr gute Ideen und es gelang uns bis auf zwei Gegenstände nach und nach (teilweise mit viel Wohlwollen der Dozenten) in guter Teamarbeit aus dem kontaminierten Bereich zu entfernen. Wie wir das getan haben, möchte ich im Detail gar nicht aufschreiben, denn es ist ja nicht auszuschließen, dass der eine oder die andere meiner Leser irgendwann einmal vor der gleichen Aufgabe steht.

Rein vom Lernstoff drehte sich diese Woche alles um die Anatomie des Bewegungsapparates, dem Herz-Kreislaufsystem und dem Wahrnehmen von Emotionen. Und es kam einiges an Material zusammen, welches wiederholt und gelernt werden will. Und das trotz der vergleichsweise wenigen Unterrichtsstunden.

Am Donnerstag war es uns Leuten aus der letzten Reihe zu blöd und wir beschlossen dafür zu sorgen, dass sich an der Sitzordnung (fünf Reihen hintereinander) etwas ändern muss, damit wir auch weiterhin dem Unterricht folgen können. Eine andere Sitzordnung musste her. Und zwar sofort. Unsere Kursleiterin war damit einverstanden überließ es uns aber selber, das zu regeln.

Der Plan: Die Tische sollten U-Förmig angeordnet werden. So hatten wir es damals in der Schule und auch in der Uni war dies eine häufige Sitzordnung. Eine Abstimmung ergab, dass 50% der anwesenden Schüler damit einverstanden war. Zwar bestand eine Mitschülerin darauf, dass das absolut nicht gehen würde, da der Raum zu schmal sei, es zu eng würde und überhaupt, doch “probieren geht über studieren”.

Mitten in den Arbeiten zum U wurde dann plötzlich umgeschwenkt. Es sollten Gruppentische werden. Wahlweise vier Gruppen mit jeweils drei Tischen für insgesamt sechs Schüler pro Gruppe oder aber sechs Gruppen aus jeweils zwei Tischen (was nun wirklich nicht passen würde).
Wieder wurde fleissig geräumt und geschoben. Und zwar so intensiv und unkoordiniert, dass es am Ende dann doch ein U geworden ist. Und es passt. Natürlich!
Es ist schon faszinieren, dass man fünfzehn Minuten diskutieren kann, nur um am Ende den ersten Plan umzusetzen.

Am Freitag hieß es dann erneut: Kreativität.
Kurz zur Vorgeschichte: Unsere Schule feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Wenn wir wollen, sind wir herzlich dazu eingeladen, etwas dazu beizutragen. Irgendetwas. Da wir für die Zeit, die dieses Etwas an Vorbereitung benötigt, Freizeitausgleich bekommen, war es selbstverständlich, dass wir mitmachen.

Zusätzlich sollten wir aber sofort noch kreativ werden. Es wurden kleine Leinwände ausgeteilt. Dazu noch Pinsel, Wasserbecher und Wasserfarben. Jeder sollte jetzt seiner Kreativität freien Lauf lassen und seine Leinwand bemalen. Und das ganze sollte auch noch irgendwie zu dem Motto passen, welches die Schule sich für das Jubiläum erdacht hatte. Und das, wo ich froh war, als ich damals keinen Kunstunterricht mehr in der Schule hatte.

Ich muss zugeben, dass ich zwar mit Worten recht kreativ sein kann. Es gelingt mir ganz gut ganze Sätze und daraus zusammenhängende Texte zu verfassen. Was ich jedoch gar nicht kann (neben singen) ist malen oder zeichnen. Nicht einmal mit einem Lineal bekomme ich eine gerade Linie hin. Keine Chance.

Irgendwie habe ich es dann doch hinbekommen, etwas halbwegs Erkennbares auf die Leinwand zu bringen. Wenn ich dafür auch deutlich länger gebraucht habe, als meine Mitschüler. Ich hoffe, dass das jetzt langsam mal reicht mit der Kreativität und wir zurück zum eigentlichen Inhalt der Ausbildung kommen können.