20140818_093310Diese Woche geht es endlich im großen Stil mit prüfungsrelevanten Inhalten los. Da wir uns im Modul “Z 01 – Sich und andere bewegen” unter anderem auch mit der Anatomie des Bewegens beschäftigen, heißt das auch: Knochen und Muskeln lernen. Und wie lernt man Knochen am besten? Richtig, indem man sie sich an einem Skelett anschaut. Die Woche begann also damit, dass Frau W. ein mysteriöses Ding unter einer Plane in den Klassenraum schob. Einem aufmerksamen Beobachter wie mir entgingen natürlich nicht die dezent abgemagerten Füße, die so halb zwischen den Rollen hingen. Kurze Zeit später wurde das Geheimnis dann auch schon gelüftet. Die Plane kam weg und Harry zum Vorschein. Harry hat nur noch einen Arm und ich taufte ihn liebevoll um in Knochenjockel der Einarmige.

Laut Aussage von Frau W. besitzt die Schule noch ein zweites Skelett. Die Luxusausgabe mit zwei Armen. Allerdings wurden die Kosten für den zweiten Arm offenbar bei Ständer wieder eingespart, denn dieser ging wohl nach kurzer Zeit kaputt. So hat man nun ein kaputtes Skelett auf einem heilen Ständer und ein intaktes Skelett auf einem kaputten Ständer. Vermutlich könnte man einfach die Ständer tauschen und alles wäre gut. Aber ok. Dafür wird wohl niemand bezahlt.

Wir stürzten uns also mit Feuereifer auf den Aufbau der Knochen und wie ich es schon im Vorfeld vermutet habe, war es in der letzten Reihe teilweise schwer zu verstehen. Ich habe mal darauf geachtet, woran das liegen könnte. Definitiv nicht daran, dass Frau W. zu leise sprechen würde, denn sie konnte ich immer gut verstehen. Es war vielmehr eine ständige Geräuschkulisse und ein häufiges Gelächter, welches das Verstehen der Fragen einzelner Mitschüler beinahe unmöglich machte. Irgendwie unhöflich sowas. Und auch nicht besonders produktiv. Ich hoffe nur, dass keiner dadurch Schwierigkeiten in den Klausuren bekommt. Wäre ja irgendwie schade drum.

Im Anschluss, also in der zweiten Stunde, ging es wieder ums Wahrnehmen und Beobachten. Eine neue Dozentin stellte sich vor und erbat das Selbige von uns. Also mal wieder eine Vorstellungsrunde. Kurz und knapp. Jeder sollte seinen Vornamen nennen und ein Hobby, das mit dem gleichen Buchstaben anfängt. Dabei war es völlig wurscht, ob dieses tatsächlich ein Hobby war, dem der-/diejenige nachgeht. Seltsame Methode aber man lernt sowas zu ignorieren. Was jedoch hängen geblieben ist, ist die Tatsache, dass es gar nicht so einfach ist, ein Hobby zu finden, das mit V anfängt und nichts mit Bettsport zu tun hat. Da sind bei der Dozentin sicher ein paar seltsame Assoziationen im Gedächtnis geblieben.

Nach der Vorstellungsrunde beschäftigten wir uns mit dem Puls. Dabei ging es nicht nur theoretisch zu, sondern es durfte auch schon mal praktisch am Sitznachbarn geübt werden. Die wichtigste Erkenntnis des Tages: Wir haben alle Puls! Muss ja erstmal nichts schlechtes sein. Ok, ich muss mich verbessern. Fast alle. Der Puls von Knochenjockel konnte leider nicht gemessen werden.

Diese Woche wird sich vermutlich als die kürzeste in der gesamten Ausbildung herausstellen. Denn nachdem wir uns in der dritten Stunde noch mit Salutogenese (lat. salus ‚Gesundheit‘, ‚Wohlbefinden‘ und -genese, also etwa „Gesundheitsentstehung“ Wikipedia) beschäftigten, konnten wir um 13:00 Uhr schon vor der Mittagspause nach Hause gehen. Nicht jedoch ohne den Hinweis, morgen bitte wetterfestes Schuhwerk anzuziehen, da wir, so es nicht gerade sintflutartige Regenfälle geben sollte, das Schulgebäude in der dritten und vierten Stunde verlassen würden. Was das wohl wird. Wandertag in der dritten Woche. Ich bin entzückt!
Mittwoch, Donnerstag und Freitag werden wir dann ebenfalls schon vor der Mittagspause Schulschluss haben. Wenn das so weiter geht, bleibt uns wohl doch noch genug Zeit zum Lernen für die Klausuren, selbst wenn die eine eventuell ein paar Tage vorverlegt werden muss.