Dass die Zeit manchmal rennt, haben sicherlich alle meine Leser schon einmal erlebt. Diese Erfahrung durfte auch ich diese Woche wieder machen. Gerade saß ich noch zusammen mit meinen neuen Mitschülern in der Kirche während des Begrüßungstages und plötzlich ist die erste Woche schon wieder vorbei. Zeit für ein frühes Fazit.

Diese erste Woche war geprägt durch Einführungen in einzelne Module und viele, viele Vorstellungsrunden. (Ich berichtete.) Wenn ich bedenke, dass wir noch lange nicht alle Dozenten kennengelernt haben, bekomme ich ein wenig Sorge, was die nächsten Wochen noch so bringen werden. Immerhin hat es tatsächlich dazu geführt, dass ich alle meine Mitschülerinnen und Mitschüler beim Namen nennen und irgendwie einordnen kann. Das konnte ich im Studium nach dem ersten Semester noch nicht einmal.

Ich berichtete ja bereits, dass unser Kurs aus siebzehn Mädels und fünf Kerlen besteht. Das Durchschnittsalter liegt irgendwo in den unteren Zwanzigern. Die Jüngste ist knapp 18 und die Älteste beinahe 33. Dazu kommen diverse Kulturen. Alles in allem also eine bunte Truppe. Und meiner Einschätzung nach nicht nur bunt sondern auch gut zusammenpassend. Bisher macht es nicht den Eindruck, als wäre irgendwer nicht in der Gruppen angekommen oder angenommen.
Falls irgendjemand meiner Klassenkameraden aus Schulzeiten dieses hier lesen sollte: Daran hätte man sich damals mal ein Beispiel nehmen sollen. Aber das ist ein völlig anderes Thema.

Dieser Artikel heißt ja Feedback und Fazit. Das Fazit haben wir jetzt bereits abgehandelt, fehlt noch das Feedback. Darum ging es am Freitag. Wir lernten, dass Feedback eine der wichtigsten Möglichkeiten des sozialen Lernens ist. Als kleine Übung sollten wir uns gegenseitig Feedback geben. Hierzu bildeten wir einen Stuhlkreis. Nun sollte jeder drei Mitschüler/-innen auswählen, von denen er ein persönliches Feedback erhalten wollte. Diese drei Personen mussten dann in wenigen Sätzen berichten, wie sie den jeweiligen Mitschüler in den letzten Tagen erlebt und kennengelernt hatten.

Eine durchaus interessante Übung, die einem zum einen verdeutlichte, wie man auf jemanden wirkt, der einen erst ein paar wenige Tage kennt, zum anderen konnten wir schnell feststellen, mit wem man bisher noch gar nicht soviel geredet hatte. Erstaunlicherweise waren das gar nicht mal so viele.
Einen Haken hat die ganze Übung allerdings. Niemand bekommt ein negatives Feedback. Denn wer wird schon nach einer Woche vor versammelter Mannschaft einem Mitschüler, den man vielleicht nicht so gut leiden kann, dies ins Gesicht sagen. Das wäre vermutlich eine prima Gelegenheit den gesamten Kurs gegen sich aufzubringen. Und ich glaube nicht, dass irgendjemand dieses Risiko eingehen würde.

Andererseits gab es nach dieser ersten Woche auch noch gar keinen Grund für ein negatives Feedback. Es bleibt abzuwarten, wie sich das im Laufe der nächsten Wochen und Monaten so entwickeln wird, aber im Moment würde ich sagen, dass wie eine Klassengemeinschaft entwickeln, die das Zeug dazu hat, bis zum Examen zu halten und sich zu verfestigen.