Der erste Block neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Zwei Klausuren warten auf uns, wir sind alle fleissig dabei zu lernen und vermutlich auch größtenteils sehr zuversichtlich. Aber, obwohl uns vor dem Praxisdienst noch ein Urlaubstag erwartet, überschattet ein Makel die Idylle des Schulalltags. Wir haben Verluste zu beklagen. Eine erste Mitstreiterin hat uns verlassen…

In dieser Woche wurde es deutlich, dass nicht alle 22 Schüler unserer Klasse gemeinsam in drei Jahren das Examen absolvieren würden. Meine Mitschülerin (und nebenbei auch fleissige Leserin) H. (liebe Grüße!) bekam ihren heiß ersehnten Studienplatz für Medizin in Lübeck. Logisch, dass ihr die Entscheidung da nicht schwer fiel, die Ausbildung abzubrechen und zu kündigen. Die Begeisterung auf Seiten der Schule jedoch hielt sich arg in Grenzen. Gefeiert wurde da nicht.
Doch H. lies sich davon natürlich nicht beirren, sie schrieb ihre Kündigung und somit war Freitag dann Schluss für sie. Bis dahin nahm sie jedoch weiter am Unterricht teil und erfreute uns mit ihrer Anwesenheit. Auch wenn es natürlich schade ist, schon nach wenigen Wochen, die erste Mitstreiterin zu verlieren, so hatte das ganze doch etwas Gutes. Zum einen wurde ihr Abschied am Freitag mit Kuchen begangen. Kuchen!
Zum anderen nutzte meine Mitschülerin T. die Chance ihren Sitzplatz, welcher mitten in unserem U und somit frontal zu den Dozenten angesiedelt war, zu verlassen und auf H.s altem Platz unterzutauchen.

Ansonsten stand diese Woche erneut im Zeichen der nahenden Klausuren. Bis einschließlich Donnerstag sammelte sich immer neuer Lernstoff in unseren Ordnern an. Die Atmung musste uns noch näher gebracht und in die Gehirne gemeißelt werden. Inklusive der Anatomie von Nase, Trachea und Lunge. Ich muss sagen, dass ich festgestellt habe, dass eine aktive Teilnahme am Unterricht die Aufnahme des Unterrichtsstoffes massivst begünstigt. Vieles ist mir klar und somit das Lernen mehr eine Wiederholung als der Gewinnen neuer Erkenntnisse. Was am Umfang des Lernstoffes leider gar nichts ändert. Da ist echt ganz schön was zusammen gekommen. Immerhin ist es interessant. Das macht das Lernen angenehmer.

Zusätzlich zu dem Lernen für die Klausur wartet noch eine weitere Herausforderung auf uns. Beziehungsweise wartete, denn ich habe sie am Wochenende gemeistert. Jeder von uns soll ja ab dem 15.09.2014 vorbereitet sein, ein kurzes Referat über ein nichtmedizinisches Thema zu halten. Dieses wird dann mit “bestanden” oder “nicht bestanden” bewertet. Doch damit nicht genug. Um zu bestehen ist die Abgabe einer MindMap und einer Gliederung zwingend erforderlich. Und das bereits eine Woche vorher. Also am 08.09.2014 – morgen!

Ich glaube ich erwähnte bereits, dass ich MindMaps bescheuert finde und damit nichts anfangen kann. Niemals würde ich auf den Gedanken kommen, eine MindMap freiwillig anzufertigen. Ich nutze da andere Hilfsmittel. Digitale Schmierzettel zum Beispiel. Zum Glück gibt es mittlerweile Möglichkeiten eine MindMap auch am PC anzufertigen und diese dann auszudrucken. Und genau so, habe ich das auch gemacht. Soweit kommt das noch, dass ich mich hinsetze und Kringel gefüllt mit Worten auf ein Blatt Papier male. Wenn es nach mir ginge, würde diese digitale Version als PDF auch genügen. Das ganze Papier könnte man sich nämlich bequem sparen.
Andererseits hat unsere Schule ja nur zwei oder drei funktionstüchtige PCs für die Schüler. Ich hätte wissen müssen, dass Lernen 2.0 hier noch nicht gegeben ist.

Zusätzlich zur MindMap soll dann noch eine Gliederung abgegeben werden. In Stichpunkten. Ich mag mich irren, aber für mich besteht der Unterschied zwischen MindMap und einer Gliederung in Stichpunkten lediglich darin, dass das ganze bei der Gliederung schon schön in eine Reihenfolge gebracht wurde. Die Worte sind jedenfalls auf beiden Ausarbeitungen recht ähnlich. Aber gut. Ich habe ja gelernt, manchmal Dinge einfach nicht zu hinterfragen.
Was tatsächlich ein wenig aufwendig war, war die Tatsache, dass zur Gliederung auch eine Quellenangabe abgegeben werden soll. Jetzt benötige ich für mein Thema eigentlich keine weiteren Quellen als meinen Kopf. Da es sich bei meinem Thema (Geocaching) um ein Hobby von mir handelt, habe ich eigentlich genug Informationen und Fakten in meinem Kopf, um locker ein zehnminütiges Referat damit zu füllen.

Der grandiose Kabarettist Jochen Malmsheimer prägte den Ausspruch: “Weil ich aber auf der cleveren Seite des Lebens ganz besonders groß geworden bin,…” Und genau das trifft auch auf mich zu. Zum einen war es klar, dass ich die größte Internetseite zu diesem Thema als Quelle angeben konnte. Aber auch Bücher waren gefragt. Nun hatte ich nicht vor, mir solche Bücher zu kaufen. Zum Glück gibt es ja bei einschlägigen Online-Buchhändlern die Möglichkeit in die Bücher hineinzulesen. Dadurch gelang es mir, passende Literatur zum Thema herauszusuchen und auch auszuwerten. Damit dürften diese dann wohl als Quelle gelten. So einfach geht das.

Jetzt bleiben mir noch drei Tage, um den Stoff für die Klausur zu verinnerlichen. Ich habe mir dafür Lernkarten angelegt. Natürlich digital auf dem Smartphone. Und so kann ich jede freie Minute in Bus und Bahn aber auch auf dem Sofa oder im Bett nutzen, alles noch einmal zu lesen und zu überprüfen. Zu unserem Glück endet unser morgiger Schultag schon um 11:15 Uhr. Wieder mehr Zeit zum Lernen. Allerdings haben eine Mitschülerin und ich (sie ist unsere älteste Schülerin – wir bilden also sozusagen die Klassen-Großeltern) beschlossen einen Kaffee trinken zu gehen. Es wird Zeit einige Kontakte zu vertiefen und vielleicht auch mal die eine oder andere Freundschaft zu schließen.