Jetzt ist es soweit. Der erste Theorieblock inklusive gefühlter tausend Vorstellungsrunden und zwei Klausuren ist vorbei. Und die Reihen lichten sich. Ich hatte ja bereits berichtet, dass sich H. von uns verabschiedet hat, um Medizin zu studieren. Diese Woche hat uns jetzt weitere Verluste eingebracht.
Zum einen hat auch unsere jüngste Mitschülerin K. diese Woche zwei Tage vor ihrem 18. Geburtstag einen Studienplatz für Medizin bekommen (Glückwunsch) und zum anderen wurde V. durch eine medizinische Diagnose aus der Bahn geworfen. Sie wird jetzt erst einmal für eine ganze Weile fehlen. Ich wünsche ihr an dieser Stelle alles Gute und gute Besserung. Werd schnell wieder gesund. Wir halten Dir deinen Platz warm.

Am Donnerstag stand die zweite und letzte Klausur für diesen Block an und wieder wurde die Zeit vorher genutzt, um sich richtig schön nervös zu machen. Unberechtigterweise, wie sich zum Glück herausstellte.

Mittlerweile hatten wir bereits mehrfach Unterricht bei Frau We., welche uns Hygiene näher bringen wollte. Grundsätzlich sinnvoll und wichtig, sehe ich ein. Was ich jedoch nicht einsehe, ist die Tatsache, dass Frau We. (ihres Zeichens Krankenschwester und Hygienebeauftragte) in die Klasse kommt und unvermittelt beginnt uns zu duzen. Mag ja sein, dass sowas auf Station üblich ist, in der Schule ist es eine Unverschämtheit.
Ich habe kein Problem damit, mich duzen zu lassen, aber ganz bestimmt nicht, ohne dass man uns vorher fragt, ob es uns recht ist. So hat es zum Beispiel D. gemacht, der mit uns die rechtlichen Grundlagen und Gesetze durchnimmt.

Zusätzlich zu diesem ungebührlichen Verhalten ist die Unterrichtsmethode von Frau We. auch ziemlich blöd Sie hat Lückentexte auf einem FlipChart, die wir füllen und abschreiben müssen. Dabei gibt es pro Lücke immer genau eine Lösung. Und genau diese Lösung möchte Frau We. hören. Ganz egal wieviele Synonyme wir schon geliefert haben. Weiter geht es erst, wenn der gesuchte Begriff gefallen ist.
Und als ob es nicht wirklich ausreichen ist, dass wir neben der Klausur diese Woche ja auch alle unsere Referate halten durften (meines war direkt nach der Klausur dran), hielt Frau We. es unbedingt für notwendig am Donnerstag vor der Klausur noch einen Test zum Thema Hygiene zu schreiben.
Wir waren uns alle einig, dass dieser Test ignoriert wird und die Klausur sowie die Referate im Fokus unserer Aufmerksamkeit stehen. Schliesslich sind diese probezeitrelevant. Der Test nicht.

Nach Test, Klausur und den letzten fünf Referaten endete der Donnerstag mit Kaffee und Kuchen bei unserer Kursleiterin, die uns endlich den ominösen “blauen Ordner” aushändigte, von dem schon immer wieder mal die Rede war. Dieser Ordner enthält alle wichtigen Unterlagen für die Praxiseinsätze, so dass wir ihn immer mit in die Praxis nehmen sollen. Und dieser blaue Ordner ist…. grün.
Ich sag da nichts mehr zu.

Anschliessend gab es eine Feedbackrunde. Diese bot sich natürlich an, um sich über das Verhalten von Frau We. zu beschweren, was wir auch prompt taten. Unsere Kursleitung notierte sich unsere Kritik und wird diese hoffentlich weiterleiten. Eventuell bleiben dann zukünftige Kurse davon verschont.
Für unseren Kurs gab es nur Lob. Kein Wunder, schliesslich sind wir auch toll und haben es echt drauf…
Bescheidenheit ist eine Zier.

Kurz vor knapp wurden dann noch schnell die beiden Klassensprecher gewählt und dann wurden wir in den Urlaub entlassen. Immerhin ein ganzer Urlaubstag am Freitag (welche im Übrigen dafür gesorgt hat, dass mein Zeitgefühl vollends verstorben ist).

Am Montag geht es dann endlich in die Praxis. Ich werde berichten!